Lexikon

Zarathustra

(griech. Zoroaster): persischer Prophet, Begründers des Zoroastrismus (2. oder 1. Jahrtausend v. Chr.). Diese Religion, die mit der Perser­herrschaft auch die antiken Völker beeinflusste, ist geprägt durch einen Dualismus von Gut und Böse; der Mensch hat sich zwischen diesen beiden Mächten zu entscheiden. Auch der Mithras-Kult und Manichäismus gehen auf den Zoroastrismus zurück, der heute im Iran ca. 90.000 Anhänger hat (Parsen).

Zebaoth

Jahwe Zebaoth (hebr.) ist einer der vielen Namen Gottes im Alten Testament und bedeutet: Herr der Heere (der Heerscharen); dieser Name betont die Macht und Überlegen­heit Gottes.

Zedekia

war der letzte König des Südreichs (Juda) von 597 bis 586 v. Chr. Er wurde von Nebukadnezar II. 21-jährig zum König eingesetzt. Nachdem er sich aber im 9. Amtsjahr von den Babyloniern losgesagt und gegen sie einen Krieg angezettelt hatte, belagerte Nebukadnezar Jerusalem, bis es 587 v. Chr. kapitulierte und die Tore für die Plünderung und Zerstörung öffnen musste. Seine beiden Söhne wurden vor seinen Augen ermordet, bevor er selbst geblendet und nach Babylon verschleppt wurde. Das Jeremiabuch berichtet von Auseinander­setzungen zwischen dem Propheten und Zedekia.

Zehn Gebote

kann man an den Fingern abzählen. Das ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass es ausgerechnet zehn sind! Obwohl es viele andere Gesetze und Regeln in der Bibel gibt, haben diese zehn Sätze die christliche Kultur geprägt. In Exodus wird erzählt, dass Mose sie auf zwei Steintafeln von Gott selbst empfangen hat. Martin Luther hat später einiges verändert und gekürzt. Er hat sowohl die »Überschrift« der Gebote »Ich bin dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat« für seinen Kleinen Katechismus gestrichen als auch das ursprüngliche zweite Gebot, das Bilderverbot. Dieses ist auch in der katholischen Zählung der Zehn Gebote nicht dabei. Stattdessen wurde das letzte Gebot aufgeteilt.

Zeitliche Sündenstrafen

Nach dem Ver­ständ­nis der katholischen Kirche können Sünden nur durch Beichte und Buße (Umkehren, Buße tun) vergeben werden. Schwerwiegende Sün­den haben allerdings nach katholischer Lehre eine doppelte Folge: Einmal zerstören sie die Gemeinschaft mit Gott und ziehen dadurch die ewige Sündenstrafe (in der Hölle) nach sich. Diese Folge der Sünde kann durch das Bußsakrament (das Bekenntnis, Reue, den guten Vorsatz und Wiedergutmachung beinhaltet und die Wieder­herstellung der Gemeinschaft mit Gott bewirkt) aufgehoben werden. Zudem bewirkt jede (auch nur geringe) Sünde eine »schädliche Bindung« an die Geschöpflichkeit, die eine Läuterung notwendig macht, um von dieser zeitlichen Sündenstrafe zu befreien. Die Läuterung kann entweder im Leben stattfinden, z. B. durch Reue, Bußwerke und Ablass oder aber nach dem Tod durch das Purgatorium (Fegefeuer).

Zeloten

Der Name bedeutet wörtlich Eiferer und bezeichnet eine Gruppierung, die zur Zeit der römischen Herrschaft gewaltsamen Wider­stand leistete, weil sie die Tora als einzige Grundlage für das Leben des Volkes ansah und somit fremde Gesetze bzw. den Versuch, diese den › Juden aufzuzwingen, strikt ablehnte. Weil Gott seinem Volk ein eigenes, freies Land versprochen hatte, mussten die Römer aus Palästina vertrieben werden. Den Messias stellten sie sich als gewaltigen Kriegsmann vor, mit dessen Hilfe es dem Volk gelingt, die Römer endgültig zu besiegen.

Zen

Es gibt im Buddhismus viele unterschiedliche Richtungen. Zen (sprich: stimmhaft [zen], wörtl.: Zustand der Versenkung, von sanskr.: Dhyana, chinesisch Chan) ist eine Linie des Mahayana-Buddhismus, die sich vor allem in China und Japan entwickelt hat. Im Zen wird vor allem auf die Übung der Versenkung großen Wert gelegt. Die Praxis im Zen zielt auf die je eigene unmittelbare Einsicht in das Wesen der Dinge, deren Inhalt nicht schriftlich niedergeschrieben werden kann. Daher ist im Zen die Lehrer-Schüler-Be­ziehung von grundlegender Bedeutung. Nur der erfahrene Lehrer kann die Einsicht des Schülers bestätigen. Dazu wird in manchen Linien des Zen mit »Koans« gearbeitet. Das sind kurze Texte, die durch ihre scheinbare Unverständlichkeit dazu anstacheln sollen, die Ebene der Logik in einem »Sprung« zu überwinden und wie einst Buddha zur unmittelbaren Erkenntnis zu gelangen.

Zion

ist der Name eines Hügels, der sich im Südwesten der Altstadt Jerusalems befindet. Der Begriff wird oft symbolisch für Jerusalem als Stadt Gottes oder auch für ganz Israel als das von Gott gegebene, gelobte Land gebraucht. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass auf ihm der erste und zweite Tempel errichtet wurden. Zion kann auch das himmlische Jerusalem meinen, also die Stadt, wo das endzeitliche Paradies anbricht. In dichterischer Sprache steht Tochter Zion für die Stadt Jerusalem, während die Töchter Zions die Einwohnerinnen von Jerusalem bezeichnen. Auf dem Zion befinden sich heute wichtige heilige Orte von Juden, Christen und Muslimen (Klagemauer, die Grabeskirche, der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee).

Zöllner

Um die Staatskasse zu füllen, hatten die Römer ein großes Zollwesen aufgebaut, so dass z. B. bei Grenzüberschreitungen Abgaben als Wegbenutzungsgebühren zu leisten waren. Das Recht hierzu wurde auch an Privatpersonen verpachtet, was nicht selten zu maßlos überteuerten Tarifen führte, weil diese möglichst hohe Gewinne erzielen wollten. Zöllner waren deshalb so verachtet, dass es sogar verboten war, aus ihren Einnahmen Spenden für die Armen­kasse entgegenzunehmen, aus denen die Ar­men mit täglich zwei Mahlzeiten versorgt wurden.

Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem Überfall des nationalsozialistischen Deutschland auf Polen und endete für Deutschland am 7. Mai 1945 mit seiner bedingungslosen Kapitulation. Fast sechs Jahre Krieg in Europa, Afrika und Asien forderten etwa 55 bis 60 Millionen Menschenleben.