Lexikon

Hadjj / Hadsch / Hajj

nennt man die Pilger­reise oder Wallfahrt eines Muslim nach Mekka zu den heiligen Städten der Muslime (Kaaba). Der Hadsch ist eine der Fünf Säulen des Islam und sollte von jedem Muslim nach Möglichkeit einmal im Leben absolviert werden. Durch ihn wird ein Muslim von allen Sünden gereinigt. Er wird als das größte Ereignis im Leben eines Muslim gesehen. Wegen der Besonderheiten des Arabischen gibt es in lateinischer Umschrift die unterschiedlichsten Schreibweisen von Hadsch: z. B. Hatsch, Haddsch, Hitschra, Hetschra, Hadjdj, Hagg etc.

Haggada

nennt man die nachbiblischen erzählerischen Überlieferungen des Judentums, meist auf Grundlage der Bibel

Halacha

(hebr.: Weg) nennt man die gesetz­lichen Bestimmungen des Judentums; ihre Grund­lage ist die Offenbarung der Tora am Berg Sinai. Die Halacha regelt das ganze Leben der Jüdinnen und Juden und wird immer wieder neu interpretiert und auf den Alltag bezogen. Der Glaube an Gott soll sich daran zeigen, wie man miteinander umgeht und wie man sein Leben gestaltet.

Hatschepsut

war die berühmteste Pharaonin im alten Ägypten. Nach dem Tod ihres Mannes Thutmosis II übernahm sie 1473 v. Chr. für ihren Stiefsohn Thutmosis III die Regierung. Sie ließ sich im Tal der Könige bei Luxor einen Palast und eine Grabstätte bauen. Später hat ihr Stiefsohn und Nachfolger ihren Namen aus den Inschriften löschen lassen.

Heiden

Die Bedeutung des Wortes entwickelte sich, als sich das Christentum im Römischen Reich ausbreitete. Es bezeichnet ursprünglich Menschen, die in abgelegenen Gegenden (in der Heide) lebten und im Gegensatz zu den Menschen in der Stadt oft noch den alten römischen Göttern anhingen. Später wurden Menschen unabhängig von ihrem Wohnort Heiden genannt, die weder der jüdischen noch der christlichen Religion angehörten.

Herr

In jüdischer Tradition tritt dieser Titel häufig an die Stelle des unaussprechlichen Gottes­namen Jahwe. Im griechisch-römischen Kultur­kreis gilt »Herr« (kyrios) als Herrscher­titel. Von allen Hoheitstiteln Jesu drückt dieser also am stärksten aus, dass Jesus als Gott verehrt wird. »Herr« ist Jesus Christus allerdings in dem Sinne, dass er auf seine Macht verzichtet und sich nach »ganz unten« begeben hat (Phil 2).

Hinduismus

die nach Christentum und Islam drittgrößte Religion der Erde und eine der ältes­ten der Welt mit Ursprung in Indien. Der Hin­duismus vereinigt viele sehr unterschiedliche Glaubens- und Frömmigkeits­rich­tungen. Ge­mein­sam ist vielen die Überzeugung, dass Leben und Tod ein sich ständig wiederholender Kreislauf sind (Samsara). Durch ein gutes Leben kann der Mensch der endlosen Kette der Wiedergeburten entrinnen und zur Er­lösung gelangen (Moksha). Die Hindus glauben an eine große Seele oder Kraft, ein höchstes Prinzip (Brahman). Brahman ist gestaltlos, formlos und unsichtbar, aber all­gegenwärtig.

Historischer Jesus

Die Evangelien sind keine historisch genauen Berichte und wollen es nicht sein. Ihre Erzählungen über Jesus sind Glaubens­zeugnisse. Doch auch wenn eine Biographie Jesu sich nicht rekonstruieren lässt, kann man einiges über den Menschen Jesus herausfinden. Kennt­nisse, z.B. der Archäologie und der (Sozial-)Geschichte des antiken Israel, vor allem aber der jüdischen Religion helfen dabei. Auch rö­mische Quel­len werden herangezogen; so berichtet Taci­tus im Jahre 116 von einem zur Zeit des Tiberius unter Pontius Pilatus gekreuzigten Aufrührer, der einen merkwürdigen Aberglauben begründet hat und dessen Nachfolger »Christen« genannt werden. Ferner werden auch apokryphe Evangelien inzwischen in der Forschung stärker berücksichtigt. Viele Forscher halten Fol­gendes für konsensfähig: Jesus (aram. Jeschua: Retter) wurde in den Jahren 8–4 vor unserer Zeit­rechnung als ältester Sohn von Maria (Mirjam) und Joseph vermutlich in Nazareth geboren (für diesen Ort spricht u. a. sein Name: Jesus von Nazareth – der biblische Geburtsort Bethlehem wäre dann symbolisch zu verstehen; Sohn Davids). Seine Muttersprache war Aramäisch. Wahr­scheinlich erlernte er das Handwerk seines Vaters und arbeitete zunächst als Zimmer­mann / Bauhandwerker. Im Alter von ca. 30 Jah­ren begann er, als Wanderprediger, begleitet von Jüngerinnen und Jüngern, durch Galiläa zu ziehen. Er verkündete die Nähe des Reiches Gottes und wirkte als Heiler. In seiner Gesellschaft befanden sich Leute aus schlechter Gesellschaft (Zöllner, Prostituierte), aber auch jüdische Gelehrte, mit denen er über die Auslegung der Tora diskutierte. Unterstützung erhielt er u. a. auch von wohlhabenden Frauen. Er geriet in Konflikt mit den religiösen Autoritäten; besonders provokativ war sein Verhalten im Tempel in Jerusalem. In dieser Stadt wurde er unter dem römischen Statthalter Pontius Pilatus ca. 30 n. Chr. hingerichtet – am Kreuz, wie für politische Aufrührer üblich.

Hoheitstitel

Die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus war für die Jüngerinnen und Jünger eine überwältigende Erfahrung. Sie waren überzeugt: Jesu Leben und Sterben hat eine besondere Bedeutung »für uns«; in ihm kommt Gott nahe. Beim Versuch, dies auszudrücken und weiterzusagen, mussten sie auf vorhandene Sprach- und Denkmuster zurückgreifen – von denen jedoch keines das Neue wirklich fassen konnte. Sie gaben Jesus Namen wie Messias, (Christus), Sohn Gottes, Menschen­sohn, Herr, Sohn Davids. Viele Forscher meinen, dass Jesus selbst diese Titel – außer vermutlich dem Titel »Menschensohn« – eher nicht für sich beansprucht hat, dass er aber z. B. durch Heilungen, Sündenvergebung oder seine Praxis des Schabbats das Reich Gottes zeichenhaft repräsentiert / vorweggenommen hat

Hohepriester

 

(auch Hohe Priester): Ober­haupt der Priesterschaft des Jerusalemer Tempels; nur der Hohepriester durfte einmal im Jahr das Allerheiligste des Tempels betreten. Daneben hatte er durch den Vorsitz im Hohen Rat auch große politische Macht. In der Zeit von 18–37 n. Chr. war dies Kaiphas, der von den Römern eingesetzt worden war und sich in seiner langen Amtszeit offenbar gut mit der römischen Besatzung vertrug

Hoher Rat

auch: Synhedrium oder (hebr.) Sanhedrin: oberste religiöse, gerichtliche und politische Behörde des Judentums in der Zeit der römischen Besatzung. Er bestand aus dem sadduzäisch gesinnten Hohepriester, den Pharisäern und den Vertretern des (Laien-)Adels.

Hoheslied (Salomos)

In diesem Buch des Alten Testaments wird die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau besungen. Man kann das Hohelied als ein erotisches Gedicht beschreiben, in dem sich die Sprecher / innen abwechseln: eine Frau, ein Mann sowie ein Art Chor / Zuschauer. Die Bezeichnung Hohelied geht auf Martin Luther zurück, wörtlich übersetzt heißt der hebräische Name dieses Buches »Lied der Lieder«. Als das »Hohelied der Liebe« bezeichnet man 1 Kor 13,1–13.

Homophobie

(griech. homos: gleich; phobos: furcht): Feindseligkeit gegenüber Homosexua­lität und gegen Männer und Frauen mit homosexueller Orientierung

Hymnus

(griech. hymnos: Tongefüge): ein Lob­gesang oder Lobgedicht. Zahlreiche Psalmen und Kirchenlieder sind Hymnen. Heute kennt man den Ausdruck auch durch die Nationalhymne.