Lexikon

Landesherrliches Kirchenregiment

(auch Summ­episkopat genannt) bezeichnet die Tatsa­che, dass der evangelische Herrscher zugleich oberster Bischof in seinem Herrschaftsgebiet war. Es endete im Jahr 1918. Es galt der Grundsatz Cuius regio, eius religio (»in wessen Herr­schafts­gebiet [man lebt], dessen Religion [muss man annehmen]«), sodass alle Untertanen gezwungen waren, die Religion ihres Herrschers anzunehmen. Das landesherrliche Kir­chenregiment bildete die Grundlage für das viele Jahrhunderte andauernde »Bündnis von Thron und Altar« in den protestantischen deutschen Ländern.

Levit

einfacher Tempelpriester (Priester), der Hilfsdienste verrichten und als Chorsänger oder Musikant am Opfer teilnehmen durfte. Der Name leitete sich vom Stammvater Levi ab.

Liturgisch / Liturgie

(griech. leiturgia: Dienst für die Öffentlichkeit): Liturgie beschreibt den Ablauf des Gottesdienstes, insbesondere den Teil, der zwischen der Pfarrerin /dem Pfarrer und der Gemeinde mit Wechsel­gesängen, Lesungen und Gebeten verläuft.

Löhe, Wilhelm

(* 1808 in Fürth; † 1872 in Neuendettelsau) war Pfarrer und Gründer der ers­ten bayerischen Diakonissenanstalt in Neuen­dettelsau 1853, die zu einer der größten diakonischen Einrichtungen in Deutschland wurde. Sie bot Mädchen und Frauen die Ausbildungs­mög­lichkeit zur Diakonisse und stand ihnen auch als allgemeine Bildungs­einrichtung zur Verfü­gung, was damals ungewöhnlich war. Daneben engagierte sich Löhe im Bereich der Pflege kranker und alter Menschen und in der Fürsorge für Waisenkinder und Menschen mit geistiger Behin­derung. Löhes Konzept von Innerer Mission unterschied sich von dem J. H. Wicherns (Wichern, Johann Hinrich): Dia­konie sollte »vom Altar«, d. h. vom Pfarrer ausgehen und eindeutig konfessionell-lutherisch sein. Während Wichern sich auch für Vereine aussprach und ausdrücklich Laien dazu aufforderte, sich am Kampf gegen das soziale Elend zu beteiligen, siedelte Löhe diese Aufgabe ausschließlich im Bereich der Kirche an, die den Menschen zurück zu Gott führen sollte.

Luther, Martin

(*10. November 1483, † 18. Februar 1546 jeweils in Eisleben) ist der wichtigste Mitbegründer der Reformation und damit der evangelischen Kirche. Luther hatte ursprünglich nicht vor, eine eigene Kirche zu gründen. Es ging ihm vor allem darum, Missstände zu überwinden, zum Beispiel den sogenannten Ablasshandel. Dabei dachten Menschen, sie könnten sich die Gnade Gottes mit Geld oder guten Taten erkaufen. Luther lehrte dagegen, dass man Gottes Liebe einfach vertrauen darf. Damit sich jeder Christ selbst von dieser frohen Botschaft überzeugen kann, hat Luther die Bibel in die deutsche Sprache übersetzt.

Lutheraner

sind Anhänger Martin Luthers und Mitglieder der lutherischen Kirche.