Lexikon

Name Gottes

Gott offenbart Mose am brennenden Dornbusch seinen Namen »ähjäh«, was heißen kann »Ich werde (da)sein« oder auch »Ich bin (da)«. In diesem Wort stecken die Konsonanten des alttestamentlichen Gottesnamens JHWH. Gesprochen klänge das »Jahwe«. Juden dürfen den Gottesnamen nicht aussprechen. Respektvoll ersetzen sie ihn durch Namen wie »Herr« oder »der Ewige«. Auch Martin Luther schreibt in seiner Bibelübersetzung an solchen Stellen: HERR. Der »Name« wird manchmal sogar gleichbedeutend mit »Gott« gebraucht (vgl. Vaterunser: »Geheiligt werde dein Name«).

Nationalsozialismus

bezeichnet die Welt­an­schauung Adolf Hitlers und seiner Partei, der NSDAP (Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands), die in Deutschland um 1920 entstand und 1933 an die Regierungsmacht kam. Die Weltanschauung ist totalitär (sie beansprucht alle Macht für sich), rassistisch (Herabsetzung anderer Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion) und anti­semitisch (feindlich gegenüber Juden). Sie führ­te Deutschland in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und verschuldete in ihrem Rassenwahn die Tötung von Millionen Män­nern, Frauen und 1,5 Millionen Kindern. (Schoa)

Naturwissenschaft(en)

wie Physik, Chemie, Biologie oder Geologie versuchen, die unbelebte und belebte Natur wissenschaftlich zu beschreiben und zu erklären. Sie haben einen erfahrungsbezogenen (= empirischen) Zugang zur Wirklichkeit, indem sie gezielt Experimente und Beobachtungen durchführen, um theoretische Annahmen zu überprüfen oder neue zu entwickeln. Solche Beobach­tungen und Experimente müssen dokumentiert sein und sich wiederholen lassen, damit ein höchs­tes Maß an Zustimmung durch andere Wissen­schaftler erzielt wird (wird oft missverständlich als Objektivität bezeichnet). Zur Exaktheit der Natur­wissenschaften gehört es, die gefundenen Struk­turen in mathematische Formeln zu bringen. Während für Teilbereiche der Mathe­matik tatsächlich Beweise möglich sind, können im Gegensatz zur landläufigen Mei­nung Natur­wissenschaften ihre Theorien nicht beweisen. Ihre Methodik führt gleichwohl zu Er­kenntnissen, die überaus vertrauenswürdig sind (wie z. B. die Naturgesetze), weil sie sich über lange Zeit in verschiedenen Gebieten immer wieder bewährt haben. Mit dem Aufkommen der Quan­tenphysik im 20. Jahrhundert ist aber das Natur- und Wirk­lichkeits­verständnis des 18. und 19. Jahr­hunderts grundlegend überholt worden, wonach es eine »objektive Wirklichkeit« gebe, die in etwa so ist, wie wir es im Alltag erleben. Die Quanten­physik kann zeigen, dass naturwissenschaftliche Ergebnisse immer nur An­nä­he­rungen sein können und Genauigkeit nur da­durch erzielt wird, dass man Unterschiede und Beziehungs­strukturen ignoriert, was im Bereich der klassischen Physik oftmals ohne Probleme möglich ist. – Unter den Naturwissen­schaften hat die Physik den größten Geltungs­bereich, da sie sich mit dem Allereinfachsten in der Natur beschäftigt.

Nazareth

in Galiläa ist als Heimatort Jesu und seiner Familie überliefert. Dafür spricht auch, dass »Nazareth« fast so etwas wie ein »Nachname« Jesu ist: »Jesus von Nazareth«. Vielleicht hat seine Familie in einer der in den Fels gehauenen Wohnungen gewohnt, die Ar­chäo­logen entdeckt haben.

Neander, Joachim

(1650–1680 jeweils in Bremen) war ein evangelischer Pfarrer und Kirchenlieddichter. Sein bekanntestes Lied »Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren« wird noch heute oft gesungen. Er gab dem Neandertal seinen Namen.

Nebukadnezar II

 

(ca. 605–562 v. Chr.) ist der mächtigste König der Babylonier. Er besiegte die Assyrer und Ägypter, zerstörte 586 v. Chr. Jerusalem mit dem ersten Tempel und führte die Oberschicht Jerusalems ins babylonische Exil. Unter ihm entwickelte sich Babylon zur prächtigsten Stadt seiner Zeit. Nebukadnezar errichtete eine große Prozessionsstraße mit dem berühmten Ischtar-Tor und vollendete den großen quadratischen Tempelturm zu Babel.

Nomaden

nennt man Hirtenvölker, die nicht sesshaft leben, sondern mit ihren Herden von einem Weideplatz zum anderen ziehen. Die Erzeltern Israels, von denen das Buch Genesis erzählt, Abraham, Sara, Isaak, Jakob, Esau, Josef und seine Brüder waren Nomaden.

Nürnberger Religionsfriede

Der Nürn­ber­ger Religionsfriede von 1532 hob das Wormser Edikt, das alle Protestanten für vogelfrei erklärt hatte, auf und war somit ein erster (befristeter) Friedensschluss zwischen Kaiser Karl V. und den Protestanten. Die Entscheidung Karls für den Nürnberger Religionsfrieden erklärt sich aus der außenpolitischen Situation des Reiches: Er konnte nicht militärisch gegen die Protestanten vorgehen, weil die Türken Ungarn überfallen hatten und er zur Abwendung der Türkengefahr im Reich freie Hand brauchte.