Lexikon

Wallfahrt

eine Wallfahrt ist eine Reise zu einem heiligen Ort, die oft zu Fuß gemacht wird. Nicht nur das Ziel ist wichtig, sondern vor allem auch das Unterwegs-Sein. Wallfahrten gibt es in vielen Religionen. Berühmte Wallfahrtsorte heute sind Altötting, Santiago di Compostella (Jakobsweg), Jerusalem, Mekka. Zu Jesu Zeit kamen die Menschen zu den großen Wallfahrts­festen Pessach, Schawuot und Sukkot nach Jerusalem.

Weihwasser

Wenn Katholiken ihre Kirche betreten, bekreuzigen sie sich mit geweihtem Wasser, das sich in einem kleinen Becken im Eingangsbereich befindet. Das Weihwasser erinnert an die Taufe. Es besteht aus Wasser und Salz und wird in der Osternacht feierlich vom Priester gesegnet.

Weimarer Republik

bezeichnet die erste demokratische Epoche Deutschlands, die mit der Aus­rufung der (parlamentarisch verfassten) Republik am 9. November 1918 begann und mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichs­kanzler am 30. Januar 1933 endete. Sie war von großen Gegensätzen geprägt: Während die neuen Frei­heiten z. B. Kunst und Kultur beflügelten, lasteten Massenarbeitslosigkeit, Kriegs­schäden und Reparationsforderungen aus dem Ersten Weltkrieg schwer auf ihr. Nach dem Börsensturz am sog. Schwarzen Freitag im Oktober 1929 verschlimmerte sich die wirtschaftliche Lage noch mehr und führte zu einer größeren politischen Radika­lisierung der Be­völ­kerung. Dies begünstigte den Auf­stieg der NSDAP unter der Führung Hitlers, von der sich viele ein Ende des politischen und wirtschaftlichen Chaos’ versprachen.

Weisheitsliteratur

Die biblischen Bücher Hiob, Kohelet (Prediger), Sprüche, das Hohe­lied, das Buch der Weisheit und einige Psalmen gehören zur sog. Weisheits­literatur. Im Alten Israel und seiner Umwelt umfasst »Weis­heit« Weltwissen und soziale Kompetenz, beides galt als Geschenk Gottes. Weisheitslehren wurden zunächst in den Familien überliefert, seit der Königszeit professionell durch gebildete Schreiber und Gelehrte, die für die Ausbildung junger Beamter zuständig waren. Zur Weisheit gehört auch der sog. Tun-Ergehens-Zusammenhang: Gutes bzw. schlechtes Verhalten hat unmittelbare Folgen für den Einzelnen und sein soziales Umfeld. Diese Erfahrung geriet allerdings in die Krise, als die Sippe nicht mehr den tragenden Lebenszusammenhang bildete: Das Buch Hiob zeugt von dieser Krise.

WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (engl. World Health Organization) ist die Koordi­na­tionsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen. Ihr Ziel ist es, die bestmögliche Gesundheit bei allen Menschen auf der gesamten Welt zu erreichen. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Bekämp­fung von Erkrankungen, mit besonderem Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten, sowie in der Förderung der allgemeinen Gesundheit.

Wichern, Johann Hinrich

(* 1808; † 1881 jeweils in Hamburg) war Pfarrer, Lehrer, Ge­fäng­nisreformer und Begründer der Inneren Mission. Er gilt als bedeutendste sozialpolitische Per­sönlichkeit in der Geschichte der evangelischen Kirche. Im Zentrum seines Denkens standen die Taten der »rettenden Liebe«, die aus dem Glauben erwachsen und den Menschen aus seinem sozialen wie auch religiösen Elend herausführen. Sein im Jahr 1833 gegründetes »Rauhes Haus« in Hamburg nahm verarmte und verwahrloste Kin­der auf, damit diese zusammen mit Erziehern in familienähnlichen Gruppen leben und theoretische wie praktische Bildung erfahren konnten. Seine Jugendarbeit verstand er als vom christ­lichen Glauben ausgehende Gesellschaftsreform; er fand in Deutschland viele Nachahmer. Wichern begründete zudem die »Innere Mission« mit dem Ziel, Elend vor allem der Unterschicht zu lindern und dadurch Christus gegenwärtig werden zu lassen. Sein Programm fasste bereits bestehende Aktivitäten einzelner Christen in einer breiten Bewegung zusammen. Der von ihm 1848/49 ins Leben gerufene »Central-Ausschuss für Innere Mission« bildete dafür den organisatorischen Rahmen und ist der Vorläufer der heutigen Diakonie.

Wittgenstein, Ludwig

1889–1951, österreichisch- britischer Philosoph, der sich besonders den Themen Sprachphilosophie und Logik widmete.

Wüste

Das heutige Israel besteht zu 50 % aus Wüste und ist an seinen Grenzen vielfach von Wüste um- geben. Auf ihrem Weg ins gelobte Land mussten die Israeliten nach biblischer Überlieferung durch die Wüste Sinai und die Negev-Wüste ziehen. Man darf sich diese Wüsten nicht als Sandwüsten wie die Sahara vorstellen. Es ist eine Kalksteinwildnis mit Steinen und dornigem Gestrüpp, in der mannigfaltiges Leben gedeihen kann und in der (noch heute) Be- duinen leben mit ihren Schafen, Ziegen und Kamelen. Die Wüste wird in der Bibel einerseits als ein Ort geschildert, an dem man Entbehrungen erleidet und sich nicht mehr zurechtfindet, andererseits als Ort des Rückzugs, an dem man sich auf Gott besinnen kann, an dem man Gott begegnet.