Lexikon

Galiläa

war die Heimat Jesu. Viele Geschichten und Gleichnisse der Evangelien spielen hier. Galiläa ist ein fruchtbares, wasserreiches Land, in dem Früchte, Getreide und Oliven gedeihen. Im Osten wird es vom See Genezareth begrenzt. In neutestamentlicher Zeit war es römische Provinz, regiert von Herodes Antipas.

 

 

Garten Eden

(von hebr. Eden: Wonne): Eden ist die Bezeichnung für ein Wonneland, in dessen Mitte sich ein Garten befindet. Dies ist nach der biblischen Darstellung von Gen 2 der Lebensraum, den Gott für Adam und Eva vorgesehen hat. Da er sie nach Gen 3 aus dem Garten vertreibt, kann der Garten Eden auch das verlorene Paradies bezeichnen. Die Erwähnung von vier Flüssen und von Bodenschätzen kann als Hinweis auf die Fruchtbarkeit und Kostbarkeit dieses Ortes gedeutet werden. Eine tatsächliche geografische Lage lässt sich aus diesen Angaben dagegen nicht ableiten.

gelber Stern

(auch Judenstern): Seit Beginn des Zweiten Weltkriegs (1939) wurden (zunächst im besetzten Polen, dann im ganzen Deutschen Reich) die Juden gezwungen, einen gelben Davidsstern auf ihrer Kleidung zu tragen. Damit waren sie öffentlich als Juden erkennbar und mussten mit Misshandlungen rechnen. Wer das Zeichen nicht trug oder verdeckte, wurde verhaftet. Seit 1941 wurden die Träger / innen des gelben Sterns in die Ver­nichtungslager in Osteuropa deportiert.

Gerhardt, Paul

(* 1607 in Gräfenhainichen, † 1676 in Lübben) ist einer der bedeutendsten evangelischen Kirchenlieddichter. Die Verse und Lieder des Pfarrers sind in viele Sprachen übersetzt worden und weltweit bekannt. Er selbst hatte, wie auch viele andere Menschen seiner Zeit, schwere Schicksalsschläge zu erleiden. Bereits als Jugendlicher verlor er sei- ne beiden Eltern und später auch seinen älteren Bruder. Seine Ehefrau Anna brachte fünf Kinder zur Welt, von denen nur eines überlebte. Sie starb im 14. Ehejahr mit 45 Jahren. In den Jahren 1618 bis 1648 tobte der 30-jährige Krieg in Europa, der Zerstörung, Hungersnöte und Seuchen über Europa brachte.

Gethsemane

ist der Ort am Fuß des Ölbergs in Jerusalem, an dem Jesus nach der Über­lieferung der Evangelien (bis auf Johannes) in der Nacht vor seiner Verhaftung betete und mit seinem, ihm von Gott zugedachten Weg rang. Schon in biblischen Zeiten war das Areal mit Olivenbäumen bewachsen.

 

Ghandhi

Mohandas Karamchand, genannt Mahat­ma Gandhi (»große Seele Gandhi«), * 1869, ermordet 1948, führte als Rechtsanwalt die Unabhängigkeitsbewegung in Indien an, die 1947 zum Ende der britischen Kolonial­herrschaft führte. Sein Prinzip war der gewaltfreie Widerstand. Aufgewachsen in der Religion des Hinduismus, suchte er die Gemeinsamkeiten mit anderen Reli­gionen; so fand er seine Ideale der Gewalt­losigkeit und Wahrhaftigkeit besonders in Jesu Bergpredigt wieder.

 

 

Gleichnis

Im Gleichnis wird etwas mit Hilfe eines sprachlichen Bildes beschrieben, verständlich gemacht oder ausgedrückt. Jesus beschreibt das Wirken Gottes bildhaft zum Bei­spiel mit den Erfahrungen eines Bauern und seiner Saat (Mk 4,26 ff). Dabei erklärt er nicht nur das Reich Gottes, sondern lässt es für seine Zuhörer auch anschaulich und lebendig werden. Was Gleichnisse aussagen wollen, steht nicht einfach fest. Sie müssen immer wieder neu gedeutet werden. Als Gleichnis im engeren Sinne bezeichnet man einen ausgeführten Vergleich (z. B. Mk 4,30–32); wenn dieser Ver­gleich zur exemplarischen Geschichte ausgeweitet ist, spricht man von einer Parabel (z. B. Lk 15,11–32).

Gleichschaltung

Unter »Gleichschaltung« versteht man die Ausschaltung aller sich dem nationalsozialistischen Totalitätsanspruch (Nationalsozialismus) widersetzenden Personen und Gruppierungen durch die NSDAP. Gegenüber dem Pluralismus der Wei­ma­rer Republik sollte die gesamte Gesellschaft von der einheitlichen nationalsozialistischen Ideologie durchdrungen sein. Resultat der Gleich­schaltung war die »Einheit von Partei und Staat« mit dem »Führer und Reichskanzler« Hitler an der Spitze. Nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche (einschließlich Presse, Film und Rundfunk) wurden in der Folge von der NSDAP kontrolliert.

Gloria

(lat.: Ehre, Ruhm): Der Lobpreis Gottes »Gloria in excelsis deo« (Ehre sei Gott in der Höhe) ist fester Bestandteil des evangelischen und katholischen Gottesdienstes. In der Pas­sions­zeit wird er nicht gesungen, an Ostern erklingt er dann umso strahlender.

Gottesfürchtige

werden in der Bibel Menschen genannt, die im heidnischen Umfeld aufgewachsen sind, aber mit dem Judentum sympathisieren, ohne sich aber beschneiden zu lassen und gänzlich zum Judentum überzutreten.

Götzen

In der Bibel werden die nichtjüdischen bzw. nichtchristlichen Götter Götzen genannt. Im weiteren Sinne wird (z. B. von Luther, Martin) auch als »Götzendienst« bezeichnet, wenn Menschen sich in gefährlicher Weise abhängig machen, wenn sie z. B. Stars oder Politiker »vergöttern« oder sich ganz auf materiellen Besitz verlassen.

Grundgesetz

Das Grundgesetz für die Bun­des­republik Deutschland (GG) beinhaltet die rechtliche und politische Grundordnung des deutschen Staates: Niemand darf in Deutsch­land etwas tun oder sagen, was diesem widerspricht. Auch jeder Politiker und Richter muss sich am GG orientieren. Der erste Teil des GG enthält die Grundrechte (Art.1–19). Der 1. Ar­tikel beginnt mit dem wichtigsten Satz des GG: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.«

Grünewald, Matthias

(ca. 1480–1528) war ein bedeutender Maler und Grafiker der Renaissance. Von ihm stammt der Isenheimer Altar (bei Col­mar im Elsass), der zu den bekanntesten Dar­stellungen der Passion Jesu gehört.

 

 

Gute Nachricht

(oder Gute Nachricht Bibel) bezeichnet eine moderne ökumenische Bibelübersetzung in heutigem Deutsch, die besonderen Wert darauf legt, dass die biblischen Texte ohne besondere Vorkenntnisse und zusätzliche Erklärungen verständlich sind. Sie wird von evangelischen und katholischen Bibelwerken vertrieben.