Lexikon

Ideologie

Dieser Begriff kann negativ oder neutral verwendet werden. Im negativen Sinn meint Ideologie ein einseitiges, verzerrendes und inte­ressengeleitetes Weltbild, das die Wirk­lichkeit in ein simples Raster von gut / böse, richtig / falsch usw. einteilt (z. B. Faschismus, Kommunismus). Ideologiekritik zielt darauf ab, diese Ver­zerrungen und die dahinterstehenden Inter­essen offenzulegen. Im neutralen Sinn bezeichnet der Begriff die Gesamtheit von Überzeugungen, Nor­men und Zielen eines Individuums oder einer gesellschaftlichen Gruppe, also eine »Weltan­schauung«.

Industrialisierung

oder Industrielle Revolu­tion bezeichnet den Übergang von handwerklicher Arbeit (Manufaktur) zu Arbeits- und Pro­duktionsweisen, die sich auf Maschinen stützen und dadurch eine Massenfertigung von Gütern ermöglichen. Diese von England ausgehenden Pro­zesse setzten sich zu Beginn des 19. Jahr­hunderts auch in Deutschland durch und änderten die bisherige Gesellschaftsordnung grundlegend: Während Fa­bri­kanten zu großem Reichtum kamen, fanden sich Arbeiter in der untersten Klasse der Ge­sellschaft, dem Proletariat, wieder. Armut wurde zu einem Massenphänomen, sichtbar vor allem in Großstädten wie Berlin.

Initiation

ist die Einführung eines Anwärters in eine Gemeinschaft oder in einen neuen Lebens­stand, oftmals in Verbindung mit einem Übergang von einer Lebensphase in eine andere. Sie wird in Form eines festgelegten Ritus (zeremonielle Hand­lung mit fest vorgegebener Ordnung) vollzogen. Christliche Initiationsriten sind beispielsweise Taufe und Konfirmation. Es gibt auch nichtreligiöse Initiationsriten, z. B. Mutproben für die Auf­nahme in eine Jugendbande.

Intakte / zerstörte Kirche

Die Unterschei­dung der evangelischen Landeskirchen in »intakt« und »zerstört« wurde von Vertretern der Bekennenden Kirche zur Zeit des Kirchen­kampfes verwendet. Als »intakt« wurden diejenigen evangelischen Landeskirchen bezeichnet, deren Kirchenleitung nicht mehrheitlich von Deutschen Christen besetzt worden war. Dazu zählten die Landeskirchen Württembergs, Bayerns und Hannovers. »Zerstörte« Landes­kirchen waren demgegenüber jene, in deren Kirchenleitung sich mehrheitlich Vertreter der Deutschen Christen befanden.

Isaak

Im hohen Alter bekommen Sara und Abraham noch einen Sohn, Isaak, von dem in Gen 18-35 erzählt wird. Er gehört zu den Stammvätern Israels. Er und seine Frau Rebekka sind die Eltern der Zwillinge Jakob und Esau.

Ischtar-Tor

Das Ischtar-Tor der Hauptstadt Babylon befand sich am Ende einer großen Prozessionsstraße, die alljährlich im Frühling für das Neujahrsfest benutzt wurde. Es ist der Göttin Ischtar gewidmet, die als Göttin der Liebe, des Krieges und der Fruchtbarkeit neben dem obersten Gott Marduk die Hauptgöttin der Babylonier war. Die Wände des Tors sind mit Tier-Symbolen für wichtige Götter der Babylonier geschmückt. Beide Bauwerke wurden von Nebukadnezar II. errichtet. Das Tor und ein Teil der Prozessionsstraße stehen seit 1930 in einem rekonstruierten Zustand im Pergamon-Museum in Berlin.

Islam

Einen Anhänger des Islam bezeichnet man als Muslim (Plural Muslime; weiblich: Muslimin oder Muslima, Plural Musliminnen oder Muslimas). Muslim leitet sich wie Islam von arabisch aslama (sich unterwerfen, sich [völlig] hingeben, sich ohne Vorbedingung anvertrauen) ab. Ein frommer Muslim ist also jemand, der sich ganz auf den Willen Gottes einlässt und ihm gehorcht. Das Gott-Ergeben-Sein, also »Islam«, zielt sowohl auf den (inneren) Glauben als auch auf die Erfüllung äußerer Pflichten.