Lexikon

Firmung

(lat. firmatio: Bestätigung, Bekräfti­gung): Die Firmung ist eines der 7 Sakra­mente der katholischen Kirche. Im Ritual der Handauflegung und der Salbung – in der Regel durch den Bischof – empfangen die Firmlinge die bestärkende Kraft des Heiligen Geistes. Die Firmung wird oft auch als bewusstes Ja zum Glauben verstanden, das in der Taufe Eltern und Paten stellvertretend für das Kind gesprochen haben. D. h. die Firmlinge müssen alt genug sein, um diese Entscheidung auch verantworten zu können, meist als Jugendliche, manch­mal aber auch als Erwachsene. Ähnlich wie bei der Konfirmation geht eine Vorberei­tung voraus, in der man sich mit Glaubensfragen auseinandersetzt.

Flugschriften

gehörten zu den ersten Medien der Massenkommunikation, man kann sie quasi als Vorläufer der Tageszeitungen bezeichnen. Möglich waren sie seit der Erfindung des Buch­drucks durch Johannes Gutenberg um 1450. Durch sie wurden kontroverse Stellung­nahmen zu aktuellen Ereignissen veröffentlicht, die versuchten, das Meinungsbild zu beeinflussen. Für die Verbreitung der Ideen der Reformation und deren Durchsetzung spielten Flugschriften eine entscheidende Rolle.

Frauenkirche in Dresden

eine der bekanntes­ten evangelischen Kirchen in Deutschland; erbaut im 18. Jahrhundert, wurde sie im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. 1994–2005 wurde sie mit Spenden aus Deutschland und der ganzen Welt wiederaufgebaut und gilt heute als ein Symbol des wiedervereinten Deutschlands.

Friedensgebete

In Leipzig fanden seit Beginn der 1980er-Jahre Friedensgebete statt, die sich insbesondere gegen das atomare Aufrüsten der DDR richteten. Im Schutzraum der Kirche entwickelte sich daraus eine Friedensbewegung, deren Symbol der Aufnäher »Schwerter zu Pflug­scharen« war. Aus den Friedensgebeten erwuchs im weiteren Verlauf eine Protestbewegung, die sich auf viele ostdeutsche Städte erstreckte. Die Kirchen wurden zu Versammlungsorten für diejenigen, die Veränderungen forderten und ihren Protest öffentlich zeigen wollten. Auch viele nicht-christliche Teilnehmer schlossen sich der Bewegung an. Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen bildeten sich im Schutzraum der Kirche. Man bezeichnete die Kirchen in der DDR daher später als »Übungsräume für Demokratie«.

Friedrich der Weise

(1463–1525), Kurfürst von Sachsen, war Luthers Landesherr. Obwohl er im katholischen Glauben seiner Zeit tief verwurzelt war (er sammelte z. B. leidenschaftlich Reliquien), nahm er Luther vor der Kirchen­gerichtsbarkeit ebenso wie vor dem Vollzug der kaiserlichen Acht in Schutz. Dadurch hat er entscheidend zur Ausbreitung der reformatorischen Ideen beigetragen. Erst auf dem Totenbett ließ Friedrich sich das Abendmahl auf protestantische Art reichen. Dies kann als ein spätes Bekenntnis zum neuen protestantischen Glauben angesehen werden.

Fundamentalismus

Mit diesem Begriff fasst man weltanschauliche und religiöse Haltungen zusammen, die durch kompromissloses Festhalten an Grundsätzen (lat. fundamentum: Grundlage) und durch einen radikal vertretenen Wahrheits­anspruch gekennzeichnet sind. Am häufigsten hört man diesen Begriff heute im Zusammenhang mit islamistischen Gruppierungen, doch auch im Chris­ten­tum sowie in anderen Religionen und Weltan­schauungen finden sich fundamentalistische Strömungen. – In Bezug auf die Bibel vertreten christliche Fundamentalisten ihrem Selbstver­ständ­nis nach die wortwörtliche Geltung des gesamten Textes, betonen aber in der Regel einzelne Bibelstellen (z. B. Schöpfungsgeschichte nach 1. Mose 1, Aussagen zu Homosexualität) und lehnen historische Kritik ab.

Fünf Säulen des Islam

Das Glaubens­bekennt­nis (Schahada), das Pflichtgebet (Salat), die Wallfahrt nach Mekka (Hadjj / Hadsch / Hajj), die Armensteuer (Zakat) und das Fasten im Ramadan (Saum) sind die fünf Pfeiler des muslimischen Glaubens.