Lexikon

Elia

ist einer der frühesten und wichtigsten Propheten des Alten Testaments (1 Kön 17–2 Kön 2); er leistete Widerstand gegen die Verehrung fremder Götter und kritisierte den Machtmissbrauch der Königsfamilie, die ihn darum verfolgte. Wie Mose erlebt auch Elia eine Gotteserscheinung am Horeb. Am Ende seines Lebens fährt Elia im feurigen Wagen in den Himmel auf – von dort wird er (nach Mal 3,23 f.) als Vorbote des Messias wiederkommen. Am Pessachfest wird für ihn ein überzähliges Gedeck aufgelegt und die Tür einen Spalt offen gelassen – ein Zeichen der Hoffnung auf eine bessere Welt!

Epikureer

sehen sich als Anhänger des Philo­sophen Epikur (341–271), der das persönliche Glück ins Zentrum seines Ansatzes stellte. Anders als Epikur, für den das Glück in innerem »Seelenfrieden« besteht, der durch den Einsatz von Vernunft, Selbstgenügsamkeit und unauffälligem Lebenswandel jenseits von Furcht und Begier­den erreicht werden kann, streben Epi­kureer vorwiegend danach, möglichst viel »Lust« zu ge­­nie­ßen. Der Begriff Lust ist zwar recht weit gefasst, betont aber gerade die »irdischen Freu­den« des Essens und Trinkens, der Sinnlichkeit usw.

Epoche

bezeichnet eine Phase der Geschichte, die sich durch bestimmte Merkmale von anderen Phasen abgrenzt. Diese Merkmale finden sich z. B. in Architektur, Kunst und Literatur und drücken aus, was den Menschen einer bestimmten Zeit wichtig war.

Erstkommunion

(manchmal auch nur verkürzt »Kommunion«, vom lat. communio: Gemeinschaft) heißt in der katholischen Kirche die erste Teilnahme an der Eucharistie, wie im katholischen Glauben die Abendmahlsfeier genannt wird. Sie wird im Gottesdienst und in den Familien festlich begangen. In Deutschland findet sie meistens im dritten Schuljahr statt. Sie wird vorbereitet durch den Kom­munion­unterricht. Voraussetzung für die Erstkom­munion sind die Beichte und der Empfang des Bußsakraments.

Essener

Eine zur Zeit Jesu lebende Gemein­schaft überwiegend von Männern, die sich unter Führung eines »Lehrers der Gerechtigkeit« vom übrigen Judentum absonderten, um ein ganz und gar reines und gottgefälliges Leben zu führen – was ihrer Ansicht nach in einer von den Römern beherrschten Gesellschaft nicht mehr möglich war. Sie hielten eigene Gottes­dienste und Ritua­le ab, befolgten strenge Le­bens­regeln und erhofften den Sieg der »Söhne des Lichts« über die »Kinder der Finsternis«, wie sie die Welt außerhalb ihrer Gemeinschaft nannten. Mög­licherweise hatte Jesus über Johannes den Täufer Kontakt zu den Essenern.

Evangelisches Gesangbuch (EG)

Deutschlandweit in unterschiedlichen Regionalausgaben erschienen, enthält das Evangelische Gesangbuch über 600 Lieder für Gottesdienst und persönlichen Gebrauch; da- zu Texte zum Nachdenken, Gebete und Vorlagen für den Gottesdienst, den Kleinen Katechismus M. Luthers und andere Bekenntnistexte sowie Gebete für verschiedene Lebenssituationen.

Evangelist

(nach griech. euangelion: gute Nachricht) bezeichnet den Autor eines Evangeliums, also Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Das älteste Evangelium hat Markus ca. 70 n. Chr. geschrieben. Matthäus und Lukas haben ca. 80/90 n. Chr. ihre Evangelien aus Teilen des Markusevangeliums sowie aus anderen Quellen (v. a. einer Quelle mit Worten Jesu) zusammengestellt. Das Johannesevangelium entstand ca. 100 n. Chr. und ist in seinen Worten und Gedanken sehr eigenständig. Den Evangelisten sind Symbole zugeordnet: Zu Matthäus gehört ein Engel, zu Markus ein Löwe, zu Lukas ein Stier und zu Johannes ein Adler.

Evangelium

(griech. euangelion: gute Nachricht) bezeichnete zunächst jede gute Botschaft, etwa die, dass ein Kaiser die Steuern erlässt. Dann wurde der Ausdruck übertragen auf die Kunde von Jesus Christus und schließlich verwendet für die Schriften, die vom Leben Jesu erzählen. Im Neuen Testament gibt es vier Evangelien: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Einen Vergleich der Evangelien nennt man »Synopse« (Zusammenschau). Manchmal wird auch das gesamte Neue Testament als Evangeli- um bezeichnet.

Evolutionstheorie

Die Evolutionstheorie erklärt und beschreibt die Entstehung der Arten als das Ergebnis einer stufenweisen Höher- und Weiterentwicklung (Evolution), die seit Tausen­den von Jahrmillionen in Bewegung ist. Somit trägt jedes Lebewesen auch die Geschichte seiner Gattung und anderer Gattungen aus den vergangenen Zeitaltern in sich. Als Ursache dieser Entwicklung werden vor allem Mutation bzw. Variation (Veränderung der vererbbaren Merk­male) und deren Rekombination (Neu­verteilung) sowie natürliche Selektion angesehen. Die Evo­lutionstheorie wurde insbesondere durch Charles Darwin (1809–1882) begründet. Alle heutigen Ausprägungen der Evolutions­theorie werden durch die sog. Deszendenz­theorie ergänzt, die besagt, dass alles Leben auf der Erde einen gemeinsamen Ursprung hat.

Exil

babylonisches (auch: babylonische Gefangenschaft) ist die Zeit des Aufenthalts der Juden in Babylon nach der Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar II. Die Zeitspanne umfasst vermutlich die Jahre 587 bis 537 v. Chr. Die Rückkehr nach Jerusalem erfolgte mit der Erlaubnis des gegen die Babylonier siegreichen Perserkönigs Kyros II.

Exodus

(griech-lat.) bedeutet Auszug (der Israeliten aus Ägypten). Mit dem Begriff Exodus bezeichnet man auch das 2. Buch Mose.