Lexikon

Jakob

Sohn von Isaak und Rebekka (Gen 25–50). Er betrügt seinen Zwillingsbruder Esau um den väterlichen Segen und flieht eine Zeitlang von zuhause. Nach einem Kampf mit Gott, der ihn verändert, bekommt er einen neuen Namen: Israel, Gottesstreiter. Von seinen zwölf Söhnen stammen die zwölf Stämme Israels ab.

Jeremia

ein Priestersohn aus der Nähe von Jerusalem, wirkte ca. 627–586. Er interpretierte die kommende Zerstörung Jerusalems als Strafe Gottes, sagte aber auch einen »neuen Bund« mit Gott an. Mehr als andere Prophetenbücher berichtet das Buch Jeremia vom Schicksal und Leiden dieses Propheten, von seinen Kon­flikten mit Priestern und König, aber auch mit seinem eigenen Amt. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Jeremiabuch wie andere Prophetenbücher auch aus vielen Quellen zusammengesetzt ist. Die wenigen historischen Worte Jeremias werden schon im Buch selbst vielfach gedeutet und fortgeschrieben.

Jerusalem

wurde von David zur Hauptstadt Israels gemacht; Salomo ließ dort den ersten Tempel bauen. Jerusalem wurde 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört; ein großer Teil der Bevölkerung wurde nach Babylon ins Exil verschleppt. Unter römischer Herrschaft baute Herodes der Große (ca. 73–4 v. Chr.) Jerusalem prachtvoll aus. An den großen Wallfahrts­festen pilgerten die Israeliten nach Jerusalem. Auch Jesus ging zum Pessachfest nach Jerusalem. Dort wurde er gekreuzigt und begraben. 70 n. Chr. wurden Stadt und Tempel von den Römern zerstört. Heute ist Jerusalem heilige Stadt von Juden, Christen und Muslimen; Palästinenser und Juden beanspruchen sie als ihre Hauptstadt.

Jesaja

Das gleichnamige Prophetenbuch besteht aus drei Teilen, die in einem Zeitraum von ca. 400 Jahren entstanden sind: Der erste Teil (bis Kap. 39) enthält Verkündigungen des Propheten Jesaja (berufen ca. 740 v. Chr.) im Umfeld der Assyrischen Krise; der zweite Teil (»Deutero­jesaja«, Kap. 40–55) enthält Trost und Hoffnungs­perspektiven für die Exilierten in Babylon; der dritte Teil (56–66) führt diese Gedanken nach dem Exil fort.

Johannes der Täufer

der Sohn der Elisabeth und des Zacharias, wurde nach biblischer Überlieferung (Lk 1) ein halbes Jahr vor Jesus geboren. Er kündigte als Umkehrprediger das herbeikommende Gericht Gottes als eine Art großes Vernichtungsfeuer an und forderte die Menschen auf, sich von ihm taufen zu lassen und ihr Leben radikal zu ändern. Auf den Neuanfang weist auch sein Wirkungsort hin: das östliche Jordanufer. Hier, an der Grenze zur Wüste, wo einst die Israeliten nach der Flucht aus Ägypten das gelobte Land betreten haben sollen, lebte er als Asket. Herodes Antipas ließ ihn gefangen nehmen und hin­richten, weil Johannes ihn immer wieder öffentlich kriti­sierte.

Josef

Jakobs Lieblingssohn, der von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft wird. Dort macht er Karriere am Hof des Pharao. Später ziehen seine Brüder und sein Vater wegen einer Hungersnot in Israel nach. Damit beginnt nach Gen 37–50 der Aufenthalt der Israeliten in Ägypten, der mit dem Exodus endet.

Juda

Name eines der 12 israelitischen Stäm­me, der später zur Bezeichnung für das Süd­reich wurde.

Judäa

Gebirgslandschaft mit der Hauptstadt Jerusalem als Mittelpunkt, war in römischer Zeit zunächst Königreich Herodes’ des Großen, später römische Provinz, die direkt vom römischen Präfekten verwaltet wurde.

Juden

werden sowohl die Angehörigen des jüdischen Volkes (das ist, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde) als auch die Anhänger der jüdischen Religion genannt. Der Begriff Jude kommt von hebräisch jehudi, was »Einwohner des Landes Juda« heißt. Ursprünglich bezeichnet Jude also nur einen Angehörigen des Stammes Juda, einen der zwölf Stämme Israels. Urvater der Juden ist Abraham, als Stifter der jüdischen Religion gilt Mose (daher wird das Judentum auch »mosaische Religion« genannt). Auch Jesus war Jude; er lebte und lehrte in der Tradition des Judentums.

Jüngerinnen und Jünger Jesu

Um Jesus sammelte sich ein Kreis von Anhängern, unter denen auch viele Frauen waren (Lk 8,1–3), zum Beispiel Maria Magdalena. Alle vier Evange­lien berichten aber noch von einem engeren Jüngerkreis, 12 Männern, die Jesus ausgewählt hatte (Mk 3,13–19). Die Zwölfzahl erinnert an die zwölf Stämme Israels. Bemerkenswert ist, dass die Anhänger Jesu aus sehr unterschied­lichen Bevölkerungsschichten und -gruppen kamen. Es gab wahrscheinlich Arbeiter, Hand­werker und Gelehrte unter ihnen, Zöllner, Prostituierte, Revolutionäre, Schriftgelehrte und Pharisäer.