Lexikon

Rabbi

Jüdischer Schriftgelehrter, der die Tora studiert hat und diese seinen Schülern erklärt. Daraus wurde später der Rabbiner, der Geistliche in der jüdischen Gemeinde. Dass Jesus von seinen Jüngern und Jüngerinnen »Rabbi« genannt wird, zeigt, dass sie ihn als ihren Lehrer und Meister verehren, der ihnen die Schriften auslegt und Gottes Willen erklärt.

Reformation

(lat.: Erneuerung, Wiederherstellung) bezeichnet eine religiöse Bewegung des 16. Jahrhunderts und ist wesentlich mit Martin Luther (1483–1546) verbunden. Er veröffentlichte am 31. Oktober 1517 in Wittenberg 95 Thesen zu den Missständen in der damaligen Kirche. In der Folge kam es zur Kirchenspaltung und Entstehung der evangelischen Kirche. Nachdem die Bibel bisher in den Gottesdiensten immer nur in Latein vorgelesen wurde, übersetzte Luther die Bibel ins Deutsche, weil er sie für alle Menschen verständlich machen wollte.

Reformatorische Erkenntnis Luthers

Zu Luthers reformatorischer Entdeckung gehören zum einen die vier sog. Exklusiv­partikel. Sie fassen mit dem vierfachen Sola das zusammen, wovon das Heil eines Christen seines Er­achtens abhängt: Allein aufgrund des Glaubens (sola fide) wird es ihm von Gott allein durch Christus (solo christo häufig auch: solus christus) aus reiner Gnade (sola gratia) geschenkt. An die Stelle der Lehrautorität durch Päpste oder Bischöfe tritt allein die Heilige Schrift (sola scriptura). Luther will damit ausdrücken, dass das Heil nicht von guten Werken abhängt, sondern der Glaubende es von Gott ohne Gegenleistung erhält. Aus den Exklusivpartikeln folgt eine weitere zentrale Er­kenntnis Luthers: das sog. Pries­tertum aller Gläubigen. Damit ist gemeint, dass alle, die glauben, einen direkten Zugang zu Gott haben und dafür keine Hilfe durch einen Geist­lichen benötigen. Ebenso hält er es für die Aufgabe eines jeden Getauften, das Evangelium zu verkündigen und zu lehren

Reich Gottes

oder Herrschaft Gottes bezeichnet die Frage nach Gottes Gegenwart und Wirken in der Welt: Wird Gott erst noch herrschen oder herrscht Gott schon? Führt Gott seine Herrschaft selbst herauf oder müssen Men­schen sie durchsetzen? Wirkt Gott überhaupt wie ein König oder doch eher wie ein Vater oder ein Freund? Diese und ähnliche Fragen haben Menschen immer wieder beschäftigt, denn eigentlich geht es in ihnen um den Sinn und das Ziel unseres Lebens. Jesus stellte die Verkündigung der angebrochenen Herrschaft Gottes in den Mittelpunkt seiner Botschaft.

Reichsstände

Wer Sitz und Stimme im Reichstag besaß, gehörte zu den Reichsständen. Dies waren zur Zeit Martin Luthers mehr als 300 geistliche und weltliche Fürsten sowie freie Reichs­städte, Grafen und Ritterorden. Der Kaiser konnte die Reichsstandschaft auch solchen Per­sonen verleihen, die über kein Territorium verfügten.

Reichstag

Auf dem Reichstag traten die Reichsstände zusammen und berieten unter Anwesenheit des Kaisers über anstehende Themen. Bis zum 16. Jahrhundert wurde er in unregelmäßigen Abständen jeweils in einer Bischofs- oder Reichsstadt einberufen und war das maßgebliche Gegengewicht der Stände gegenüber der kaiserlichen Zentralgewalt.

Religion, ägyptische

Die alten Ägypter glaubten an eine Vielzahl von Göttern. Im Zentrum der ägyptischen Religion stand der Glaube an ein Totengericht und ein Leben im Jenseits. Davon zeugen gewaltige Grabanlagen (Pyramiden) mit kostbaren Grabbeigaben, die Mumifizierung der Toten sowie die Totenbücher. Der König Pharao wurde sowohl als sterblicher Mensch als auch als Gott auf Erden angesehen. Er hatte die göttliche Schöpfungsordnung (Maat) zu bewahren.

römisch-katholische Kirche

Die katholische Kirche wird nach dem Sitz des Papstes, ihres Oberhauptes in Rom, auch römisch-katholische oder römische Kirche genannt. Nach katholischer Lehre ist sie durch vier Merkmale als die wahre Kirche Christi gekennzeichnet: Sie ist einig durch die monarchische Leitung des Papstes. Sie ist heilig, weil sie durch die von Christus eingesetzten Sakramente die Men­schen heiligt und zu Gott führt. Sie ist katholisch, das heißt allgemein, für alle Zeiten und für alle Völker bestimmt. Sie ist apostolisch, weil der Papst und die Bischöfe Nachfolger der Apostel sind. Ihr gehören weltweit etwa 1,13 Milliarden Mitglieder an.

Rosch ha-Schana

(hebr.: Haupt des Jahres) ist das jüdische Neujahrsfest, das zwei Tage lang gefeiert wird und eines der höchsten Feste im Judentum ist. Es wird auch »Tag der Erinnerung« genannt, da man sich an den Bund zwischen Gott und Israel erinnern und mit Blick auf Gottes Gebote über das vergangene Jahr nachdenken soll. An das gute Handeln soll auch der Schall des Schofars erinnern. Wie an Jom Kippur wünscht man sich: »Mögest du (im Buch des Lebens) für ein glückliches Jahr eingeschrieben sein.« Der Silvestergruß »Guter Rutsch« leitet sich möglicherweise vom Namen des Festes ab.