Löhe, Wilhelm

(* 1808 in Fürth; † 1872 in Neuendettelsau) war Pfarrer und Gründer der ers­ten bayerischen Diakonissenanstalt in Neuen­dettelsau 1853, die zu einer der größten diakonischen Einrichtungen in Deutschland wurde. Sie bot Mädchen und Frauen die Ausbildungs­mög­lichkeit zur Diakonisse und stand ihnen auch als allgemeine Bildungs­einrichtung zur Verfü­gung, was damals ungewöhnlich war. Daneben engagierte sich Löhe im Bereich der Pflege kranker und alter Menschen und in der Fürsorge für Waisenkinder und Menschen mit geistiger Behin­derung. Löhes Konzept von Innerer Mission unterschied sich von dem J. H. Wicherns (Wichern, Johann Hinrich): Dia­konie sollte »vom Altar«, d. h. vom Pfarrer ausgehen und eindeutig konfessionell-lutherisch sein. Während Wichern sich auch für Vereine aussprach und ausdrücklich Laien dazu aufforderte, sich am Kampf gegen das soziale Elend zu beteiligen, siedelte Löhe diese Aufgabe ausschließlich im Bereich der Kirche an, die den Menschen zurück zu Gott führen sollte.