Talmud

(hebr., wörtl.: Lehre, Studium, Lernen) ist neben dem TaNaCh das bedeutendste Schriftwerk des Judentums. Er stellt eine Sammlung von Ausführungen, Diskussionen und Kommentaren der mündlichen Tora dar.
Diese wurde zunächst als sog. Mischna im 2. Jh. n. Chr. fixiert. Erweitert wird diese durch die Gemara, die aus den Kommentaren und Diskussionen zur Mischna besteht und zwischen dem 5. und 7. Jh. abgeschlossen wurde.
Sowohl Mischna als auch Gemara enthalten zwei Hauptgattungen: zum einen Diskussionen und Lehren über die Weisungen für den Lebensweg (Halacha von hebr. gehen) und narrative Texte wie Legenden, Erzählungen oder Sagen, die oft die Zwischenräume in den Texten der Tora erforschen und jüdische Lebensweisheit und -erfahrung unterhaltsam vermitteln (Haggada von aramäisch: erzählen). Die Fassungen der Gemara weichen in den zwei großen Talmudausgaben – dem babylonischen und dem palästinischen Talmud – voneinander ab. Durchgesetzt hat sich der babylonische Talmud, in dem als dritte Schicht noch Kommentare aus späterer Zeit hinzukommen. Der Talmud umfasst fast 10.000 Seiten. Der Prozess des Auslegens der Tora (Midrasch) ist mit ihm nicht abgeschlossen, sondern bleibt immer neue Aufgabe.