Teufel

(griech. diabolos: »Durcheinanderwerfer«, »Verleumder«): Viele Religionen kennen einen Glauben an eine böse Macht und versuchen so das Böse in der Welt zu erklären. Manchmal wird diese böse Macht als Gegenspieler im Streit mit einer guten Macht vorgestellt (Dualismus, von lat. duo: zwei), manchmal der guten Macht untergeordnet, manchmal als von der guten Macht bereits besiegt gesehen. In der Religionsgeschichte wurden ihr viele Namen gegeben, die dann auch Unter­schied­liches bedeuten können: Satan (hebr.: Wider­sacher), Beelzebub (hebr. baal zebub: Flie­gengott, Name einer aus israelitischer Sicht feindlichen kanaanäischen Gottheit), Lucifer (lat.: Lichtträger, nach dem Mythos ein gefallener Eng­el, Jes 14,12). Viele weitere Namen und Symbole entstanden im Volksmund. Das Symbol »666« entstammt der Offenbarung des Johannes (Offb 13,18) und soll wahrscheinlich auf Kaiser Nero, einen Verfolger der ersten Christen hinweisen. Im Alten Testament ist Jahwe die Ursache für gutes wie böses Geschehen. Sehr selten und in sehr spät entstandenen Schriften ist dort auch von Satan die Rede. Wahrscheinlich ist die Vorstellung einer bösen Gegenmacht aus benachbarten Reli­gionen eingeflossen. Man kann sich vorstellen, dass der Gedanke, das Böse sei nicht das Werk des einen Gottes, sondern stamme von einer bösen Gegenmacht, immer wieder einleuchtend erschien. Im Hiobbuch oder in Sach 3,1 gehört allerdings Satan zum Hofstaat Jahwes und tritt dort als Ankläger auf. Nur in 1 Chr 21 ist Satan ein von Jahwe gelöster böser Dämon. Im Neuen Testament wird immer wieder mit dem Teufel gerechnet. Er ist dort der böse Herrscher der von Gott abgefallenen Welt, wurde aber von Christus besiegt (Mt 4). In der Kirchengeschichte dagegen gab es immer wieder Epochen großer Teufelsangst, die dann oft zu schrecklichen Auswüchsen führte (Inquisition, Hexenverfolgung). Die heutige evangelische Theologie hat kein großes Interesse an der Figur des Teufels. Manchmal wird seine Bedeutung als Symbol für das Böse in der Welt gesehen, das um der Opfer willen nicht schön oder klein geredet werden darf. Vor allem aber wird betont, dass Christen an Christus glauben und sie darum der Teufel nicht schert. Der Satanismus heute nimmt die alten, sehr unterschiedlichen Gedanken, Bilder und Mythen auf und formt sie in eigene Lehren um.