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Grundwissen

Gott als Befreier und Schöpfer
[Grundwissen Lehrplan Ev 5: "Grundaussagen der Exodustradition erläutern können"]

WICHTIG: Die folgenden Gedanken orientieren sich an Ortswechsel 5 und geben die Deutung der Autoren wieder. Vielleicht habt ihr das Thema im Unterricht auch anders besprochen. Es ist wichtig, dass du dir eine eigene Meinung bildest und die Geschichten mit eigenen Worten erklären kannst. Der Vorschlag der Autoren soll nur eine Hilfe dazu sein.

"Du kannst mit Hilfe der Geschichte vom Auszug aus Ägypten erklären, was es bedeutet, wenn Gott im Leben der Menschen dabei ist."

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"Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten, dem Sklavenhaus, geführt hat." So beginnen die Zehn Gebote. Dass Gott ein befreiender Gott ist, der die Menschen auf ihrem Weg begleitet, ist neben dem Glauben daran, dass er die Welt und den Menschen erschaffen hat, die wichtigste Aussage über Gott im Alten Testament.

In Ortswechsel 5 wurden einzelne Stationen des Auszugs aus Ägypten (Exodus)genauer betrachtet; sie erzählen jeweils etwas Besonderes über Gott,

zum Beispiel:

Dornbusch:

Gott begegnet Mose im brennenden Dornbusch; er verspricht, das Volk Israel zu befreien und nennt seinen Namen: "Ich bin der, der ich sein werde / Ich bin für euch da." Gott lässt sich nicht auf einen bestimmten Namen oder ein Bild festlegen, sondern er ist mit den Menschen "unterwegs", ist ihnen nah und hilft ihnen.

Ägypten:

Ägypten - obwohl ein blühendes Land - wird von den Israeliten als "Sklavenhaus" erlebt, in dem ein Mensch, der Pharao, als Gott verehrt wird. Der Gott, an den Israel glaubt, ist anders: alle sind vor ihm gleich; er schenkt den Menschen Freiheit.

Schilfmeer:

Während die Israeliten sicher durchs Schilfmeer gehen, ertrinken ihre Verfolger in den Fluten. Diese wunderbare Rettung ist Grund für Dank und Jubel. Aber es stellt sich auch die Frage, warum Gott die Ägypter, die doch auch seine Geschöpfe sind, ertrinken lässt.

Wüste:

Während der langen Wüstenwanderung zweifeln viele Israeliten an Gott und bereuen es, die "Fleischtöpfe Ägyptens" verlassen zu haben. Zweifel und Unsicherheit bleiben auch Menschen, die an Gott glauben, nicht erspart. Wolkensäule und Feuerschein sind ein Symbol dafür, dass man auch in solchen Phasen Gott vertrauen darf.

Sinai:

Gott schließt am Sinai einen Bund mit Israel und schenkt ihm seine Gebote; er thront nicht fern im Himmel, sondern geht eine verlässliche Beziehung zu den Menschen ein.

Gelobtes Land:

Mose darf es nicht mehr betreten, doch die Israeliten erreichen das versprochene Land. Um hier in Frieden gut zu leben Schalom) ist es nötig, dass sie ihre Geschichte nicht vergessen und miteinander nach Gottes Geboten leben.

Bibelstellen:

2. Mose 3 / 2. Mose 14.15 / 2. Mose 16 - 2. Mose 20 oder 5. Mose 5.7,9 / 5. Mose 32,45-52.34,1-12

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[Grundwissen Lehrplan Ev 5: „Grundaussagen eines Schöpfungsberichts erläutern können“]

WICHTIG: Die folgenden Gedanken orientieren sich an Ortswechsel 5 und geben die Deutung der Autoren wieder. Vielleicht habt ihr das Thema im Unterricht auch anders besprochen. Es ist wichtig, dass du dir eine eigene Meinung bildest und die Geschichten mit eigenen Worten erklären kannst. Der Vorschlag der Autoren soll nur eine Hilfe dazu sein.

"Du kannst anhand der Paradiesgeschichte 1. Mose 2f oder des Schöpfungsliedes 1. Mose 1 erklären, was es bedeutet, als Geschöpf Gottes leben zu dürfen."

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Grundaussagen in 1. Mose 1:

1. Mose 1 ist ein Loblied (Hymnus) auf Gott, das vermutlich in der Zeit des babylonischen Exils geschrieben wurde.

"und siehe, es war sehr gut"

Gott hat die Welt so eingerichtet, dass der Mensch in ihr gut leben kann. Allerdings wurde es in einer sehr schwierigen und traurigen Situation von den Israeliten verfasst, da sie nach der Zerstörung Jerusalems fern von der Heimat in Babylon leben mussten. Deshalb kann man das "sehr gut" aus dem "Refrain" des Schöpfungsliedes so deuten, dass es nicht die Welt meint, wie sie ist, sondern wie sie erhofft wird.

"Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde"

Der Mensch wird als (Eben-)Bild Gottes dargestellt. Er hat deshalb eine besondere Würde und auch eine besondere Verantwortung. Er hat den Auftrag, als Gottes Statthalter verantwortungsvoll über die Schöpfung zu herrschen und selbst schöpferisch in ihr zu wirken. Frauen und Männer stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander. Alle anderen Lebewesen sind Mitgeschöpfe, für die der Mensch Sorge trägt.

ODER ............................................................................................................................

Grundaussagen in 1. Mose 2.3 (einige Möglichkeiten):

2. Mose 2f ist eine Erzählung, in der darüber nachgedacht wird, warum es auf der Welt so ist, wie es ist. Sie regt immer wieder neu zum Vergleichen, Diskustieren und Grübeln an.

"und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte"

Man kann diese Aussage so verstehen, dass der Mensch ganz allgemein von Gott den Auftrag hat, sich verantwortlich um die Natur zu kümmern (denn im Garten Eden lebt der Mensch ja nicht).

"und ihr werdet sein wie Gott"

Das kann man so deuten, dass wir Mensch dazu neigen, uns über alles hinwegsetzen und wie Gott sein zu wollen. Wir vergessen z.B. schnell, dass etwas unsere Sicht der Dinge ist und nicht einfach die „Wahrheit“. Sehr leicht passiert es, dass wir uns über andere Stellen und sie von oben herab betrachten.

"wissen, was gut und böse ist" oder "Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist."

Der Mensch hat als einziges Geschöpf eine ganz besondere Fähigkeit: Wir können darüber nachdenken und entscheiden, ob das, was wir denken und tun, für uns und unsere Umwelt förderlich oder eher schlecht ist. Doch das Beispiel von Adam und Eva zeigt auch: Es gelingt uns nicht immer.

"Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. [...] Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß."

Adam und Eva schieben die Schuld weiter, anstatt zu dem zu stehen, was sie gemacht haben. Das ist typisch für uns Menschen.

"Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden"

Wir leben nicht in einem Paradies. Unser Leben kann anstrengend, schwierig und auch schmerzhaft sein kann. (Und selbst der Garten Eden ist schon kein sehr paradiesisches Paradies.)

"Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen"

Vielleicht kann man das so verstehen: Auch wenn Gott die Menschen nicht in einem Paradies leben lässt, kümmert er sich doch um sie.